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Berlin Marketing
Marketing (engl. marketing: auf den Markt bringen, Vermarktung)
bezeichnet die Planung, Koordination und Kontrolle aller auf
gegenwärtige und zukünftige Absatzmärkte ausgerichteten
Unternehmensaktivitäten mit dem Zweck einer dauerhaften Befriedigung
der Kundenbedürfnisse sowie der Realisierung von komparativen
Wettbewerbsvorteilen. Marketing ist das Denken vom Markt her mit dem
Ziel Kundenbeduerfnisse zu erfassen oder zu erzeugen und zu
befriedigen.
Sämtliche Aktivitäten und Maßnahmen, die diesem Ziel untergeordnet
sind, werden im Begriff "Marketing" zusammengefasst. Diese können je
nach Ansatz auch auf indirekt marktrelevante Bereiche eines
Unternehmens ausgeweitet werden. Marketing wird daher auch als
Unternehmensprozess verstanden, bei dem ein Unternehmen Absätze
planmäßig vorbereitet, durchführt und zukunftsorientiert sichert.
Marketing hat daher eine zentrale Funktion in der
Betriebswirtschaftslehre.
Zum Marketing gehört auch, neue Märkte zu erschließen und vorhandene
Märkte zu erweitern. Gängig ist der Begriff Marketing-Mix, eine
Aufstellung der einzelnen operativen Marketing-Maßnahmen in den
Aufgabenbereichen Preis, Produkt, Distribution und Kommunikation.
Fachleute, die in Organisationen Marketingfunktionen übernehmen,
werden in Anlehnung an den US-amerikanischen Sprachgebrauch als
Marketeers bezeichnet.
Während in der Praxis das operative Verkaufen losgelöst von
strategischen Überlegungen stattfindet (hier geht es um
Tagesumsätze, neue Abschlüsse und Provisionen), ist Marketing die
übergeordnete "Vertriebstheorie" und "Unternehmensausrichtung"
dahinter.
Das bedeutet in erster Linie, dass ein Anbieter strategisch plant,
seine Leistungen am Markt zu verkaufen. Die Funktion der Vermarktung
lässt sich insofern vom Prozess des Marketing abgrenzen, als hierbei
eine Zielfunktion des Marketing im Groß- und Einzelhandel gemeint
ist.
Viele Branchen haben eigenständige Begriffsdefinitionen für an sich
theoretisch definierte Funktionsbegriffe entsprechend neu belegt.
In neueren Publikationen wird Marketing als Management komparativer
Konkurrenzvorteile unter Nutzung der Marketinginstrumente
verstanden. Unter komparativen Konkurrenzvorteilen (KKVs) versteht
man Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz, welche aus
Kundensicht wichtig und wahrnehmbar sind und aus Unternehmersicht
dauerhaft und ökonomisch sinnvoll realisiert werden müssen.
In einem umfassenden Sinne versteht man unter Marketing die
marktorientierte Verwirklichung von Unternehmenszielen und die
Ausrichtung des gesamten Unternehmens am Markt.
Eine ältere ganzheitliche Definition beschreibt Marketing als einen
Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen
und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie
Produkte und andere Dinge von Wert erzeugen, anbieten und
miteinander austauschen (vgl. älterer Absatzbegriff von Erich
Gutenberg).
Im Jahr 1985 definiert die „American Marketing Association“ (AMA)
Marketing wie folgt:
„Der Planungsprozess der
Konzeption,
Preispolitik,
Promotion und
Distribution
von Produkten und Dienstleistungen, um Austauschprozesse zu
erreichen, die individuelle und organisationale Ziele erfüllen.“
Diese Definition ist bis heute allgemeine Lehrmeinung. (Original in
Englisch): "Marketing is the process of planning and executing the
conception, pricing, promotion and distribution of ideas, goods and
services to create exchanges that satisfy individual and
organisational objectives." (s. Marketing News, March 1, 1985, Vol.
19, No. 5, S. 1)
Auch Peter Winkelmann begreift Marketing als eine im Kern
unternehmerische Denkhaltung. Er zitiert eine ältere Auflage von
Nieschlag, Dichtl und Hörschgen von 1985, die Marketing beschreiben
als Ausdruck eines marktorientierten unternehmerischen Denkstils,
der sich durch eine schöpferische, systematische und zuweilen auch
aggressive Note auszeichnet...
Heribert Meffert und Klaus Backhaus, zwei Wirtschaftswissenschaftler
mit eher ganzheitlichem Ansatz und starkem Bezug zum
Investitionsgütermarkt, fassen Marketing ebenfalls weiter. Meffert
greift besonders die unternehmensweite Funktion des Marketing auf
und definiert: „Die bewusst marktorientierte Führung des gesamten
Unternehmens, die sich in Planung, Koordination und Kontrolle aller
auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten
Unternehmensaktivitäten niederschlägt.“
Hiermit ist insbesondere die Motivation nicht nur der kundennahen
Wertschöpfungsbereiche zur überzeugenden Leistung gemeint. In einem
Unternehmen sollte sich jeder Mitarbeiter darüber bewusst sein,
welchen Anteil er persönlich für die Zufriedenheit oder gar die
Begeisterung des Kunden (siehe auch: Empfehlungsmarketing) beitragen
kann.
Seit 2004 ist inzwischen auch die AMA dazu übergegangen ihre 20
Jahre alte Definition zu modernisieren und vom Postulat einer
unidirektionalen Promotion zum dialogorientierten Begriff des
Kundenbeziehungsmanagement zu wechseln sowie, auch im Hinblick auf
die neu hervorgehobene Konsumentenzentrierung die Interessen
sämtlicher Stakeholder und nicht nur des Unternehmens als Ziel des
Marketingprozesses zu fokussieren. Damit zieht auch in die
allgemeine Lehrmeinung der von den Investitionsgüteranbietern
propagierte übergreifende Ansatz ein.
"Marketing is an organizational function and a set of processes for
creating, communicating, and delivering value to customers and for
managing customer relationships in ways that benefit the
organization and its stakeholders." (AMA-Definition von 2004)
So formuliert auch Franz-Rudolf Esch in der Vision des Deutschen
Marketing-Verbandes aktuell: Marketing im Sinne einer
marktorientierten Unternehmensführung kennzeichnet die Ausrichtung
aller relevanten Unternehmensaktivitäten auf die Wünsche und
Bedürfnisse von Anspruchsgruppen. (Stakeholder-Ansatz)
