Historie des Potsdamer Platzes: 1933

Historie des Potsdamer Platzes: 1933

Der Potsdamer Platz um 19331933: Adolf Hitler wird vom Reichspräsidenten Paul Hindenburg zum Reichskanzler  ernannt. Seine Machtübernahme wird mit einem Fackelzug durch das Brandenburger Tor gefeiert.

Über dem Potsdamer Platz wehen von nun an Hakenkreuz-Fahnen. Die antisemitische Verfolgung nimmt zu: Boykott jüdischer Geschäfte, Berufsverbot, Zwangsenteignung, Entfernung aus dem Staatsdienst. Am 21. März 1933 wird in Oranienburg-Sachsenhausen das erste Konzentrationslager im Berliner Raum eingerichtet.

Hitler verfügt einen Baustopp für den Potsdamer Platz. Er will Berlin nach den Plänen seines Architekten Albert Speer zur neuen Reichshauptstadt „Germania“ umgestalten. In der Nähe des Brandenburger Tores plant Speer eine gigantische Kuppelhalle, die Zehntausenden Platz bieten soll. Der Ausbruch des Krieges verhindert allerdings den Bau der größenwahnsinnigen Projekte des „Führers“.

Kriegsschauplätze rund um den Potsdamer Platz

Albert SpeerKurz nach Adolf Hitlers Ernennung zum deutschen Reichskanzler am 30. Januar 1933 begannen neue Angriffe auf Juden. Besonders die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO), der Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand unter Theodor Adrian von Renteln und SA-Abteilungen unter Otto Wagener agitierten nun verstärkt gegen das „Börsenkapital”, über das sich mittelständische deutsche Unternehmer bei der neuen Regierung beschwert hätten. Ab Ende Februar 1933 griffen SA-Trupps erneut jüdische Geschäftsinhaber an, plünderten ihre Läden, misshandelten ihre Inhaber, verschleppten und ermordeten einige davon. Nach den Reichstagswahlen vom 5. März, bei denen die NSDAP die absolute Mehrheit verfehlte, nahmen solche unorganisierten Übergriffe zu. Bis Ende März wurden jüdische Geschäfte, Arzt- und Anwaltspraxen in einigen deutschen Großstädten zwangsweise geschlossen, ihre Inhaber teilweise beraubt und vertrieben.

Die dunkle Zeit des Krieges in und um Berlin

Am 9. März nahmen SA-Angehörige im Berliner Scheunenviertel Dutzende osteuropäischer Juden fest und misshandelten sie in den Kellern ihrer Stationen. In Magdeburg besetzten SA-Angehörige jüdische Geschäfte, Kaufhäuser und Hotels und schikanierten deren Kunden oder Gäste.

In Straubing entführten sie am 15. März einige Juden und ermordeten sie. In Göttingen wurden am 28. März einige jüdische Läden und die örtliche Synagoge angegriffen und beschädigt. Innenminister Wilhelm Frick telegrafierte am 31. März an alle Polizeidienststellen, in SA-Uniformen verkleidete Kommunisten seien die Täter. In vielen weiteren Städten wurden bis Ende März Gerichtsgebäude gestürmt, jüdische Richter und Anwälte aus Gerichtssälen und Büros gezerrt und meist verprügelt, um die Justiz so vom „System jüdischer Rechtsverdreher zu säubern“.

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